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Gold bleibt Gold

 

Gold vs Kryptowaerungen. Vorteile vom Gold

Gold vs Kryptowährungen

Die Vorteile von Gold

Was eine Kriegsanekdote über den wahren Wert des Edelmetalls verrät

 

*Dieser Text stellt keine Anlageberatung dar.*

 

Im April 1940 marschierten deutsche Truppen in Dänemark ein. Am Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen lagerten zu diesem Zeitpunkt zwei Nobelpreismedaillen aus Gold, die des deutschen Physikers Max von Laue (Nobelpreis 1914) und die von James Franck (Nobelpreis 1925). Beide hatten ihre Medaillen nach Kopenhagen geschickt, nachdem das NS-Regime Deutschen 1935 verboten hatte, den Nobelpreis anzunehmen oder zu tragen. Die Medaillen sollten in Sicherheit sein. Mit der Besatzung waren sie es nicht mehr.

Das Problem war konkret: Die Medaillen waren schwer, groß und trugen die Namen der Preisträger als Gravur. Sie konnten weder das Land verlassen noch unauffällig versteckt werden. Niels Bohr wandte sich an George de Hevesy, einen ungarischen Chemiker, der in seinem Labor arbeitete.

De Hevesys Lösung war radikal  und chemisch elegant. Er löste beide Medaillen in Königswasser auf, einem Gemisch aus Salzsäure und Salpetersäure, das zu den wenigen Substanzen gehört, die Gold in Lösung bringen können. Aus massivem Edelmetall wurde eine unscheinbare orange-gelbe Flüssigkeit. De Hevesy stellte das Gefäß ins Laborregal, zwischen andere Chemikalien. Die deutschen Besatzer durchsuchten das Institut. Sie gingen am Glas vorbei.

Nach Kriegsende extrahierte de Hevesy das gelöste Gold. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften ließ daraus neue Medaillen anfertigen und übergab sie an von Laue und Franck. De Hevesy selbst erhielt 1943 den Nobelpreis für Chemie, für seine Arbeiten über die Anwendung von Isotopen als Indikatoren in chemischen Prozessen.

 

Was die Geschichte über Gold aussagt

 

Die Anekdote ist mehr als eine Kuriosität aus der Wissenschaftsgeschichte. Sie illustriert eine Eigenschaft, die Gold von den meisten anderen Wertträgern unterscheidet: seine Fungibilität.

Fungibilität bezeichnet in der Ökonomie die vollständige Austauschbarkeit einzelner Einheiten eines Gutes. Ein Gramm Gold ist ein Gramm Gold unabhängig davon, ob es als Medaille, als Barren, als Lösung oder als Schmuckstück vorliegt. Das Metall hatte in Kopenhagen seine Form dreimal verändert: von fest zu flüssig und zurück zu fest, von Medaille zu Lösung und zurück zu Medaille. Seine Reinheit und sein Materialwert blieben in jedem Stadium identisch.

Diese Eigenschaft ist keineswegs selbstverständlich. Bei Kryptowährungen etwa ist sie strukturell eingeschränkt: Ein Bitcoin, dessen Transaktionshistorie als belastet gilt, kann von Börsen abgelehnt oder unter Marktwert gehandelt werden. Zwei nominell identische Einheiten, unterschiedlicher realer Wert. Das ist, streng genommen, das Gegenteil von Fungibilität.

Gold dagegen besitzt diese Eigenschaft seit Jahrtausenden, es ist eines der ältesten fungiblen Güter der Menschheitsgeschichte.

 

Was das für Goldschmuck bedeutet

 

Dieselbe physikalische Eigenschaft hat Konsequenzen für den Schmuckmarkt, die häufig missverstanden werden. Ein Gramm Gold in einem Ring ist chemisch und substanziell dasselbe wie ein Gramm Gold in einem Barren. Der Materialwert ist identisch, der Tagespreis transparent und weltweit einsehbar.

Beim Kauf eines Schmuckstücks kommen Herstellungskosten und Mehrwertsteuer hinzu, das ist bei einem physischen Produkt unvermeidlich. Beim Verkauf zahlt ein seriöser Ankäufer in der Regel den Tagespreis abzüglich eines Abschlags von etwa zehn bis fünfzehn Prozent.

Wer Gold als Schmuck kauft, erwirbt also kein abstraktes Finanzprodukt, sondern ein physisches Gut mit nachvollziehbarem Materialwert. Vorausgesetzt, Reinheit und Preis sind transparent.

 

Das Modell von CHRYSOPEE Jewels

 

Genau auf diesem Prinzip habe ich CHRYSOPEE Jewels in Berlin aufgebaut. Unser gesamtes Geschäftsmodell basiert auf Gold der Reinheit 999,9 dem höchsten verfügbaren Feingehalt. Den Verkaufspreis berechnen wir auf Grundlage des aktuellen Tagespreises, nachvollziehbar und transparent. Jedes Stück wird handgefertigt und ausschließlich auf Bestellung produziert.

Wir verstehen uns bewusst nicht als Luxusmarke.

Was wir anbieten, ist Schmuck, dessen Wert sich aus dem Material selbst ergibt, transparent kalkuliert, ohne Markenaufschlag.

*Im nächsten Beitrag: Warum der institutionelle Goldmarkt die Fungibilität des Edelmetalls zunehmend untergräbt und was das für alle bedeutet, die Gold als Wertspeicher verstehen.*

 

**Quellen:**

nobelprize.org · Niels Bohr Archive (nbarchive.dk) · Leopoldina-Mitgliederverzeichnis · Wikipedia

 

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